05.05. Raúl Krauthausen liest im Café Rodenstein

photography © Esra Rotthoff 2013 www.esrarotthoff.com

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung lädt die Wissenschaftsstadt Darmstadt am Donnerstag, dem 5. Mai 2016, um 18.00 Uhr zu einer Lesung mit Raúl Krauthausen ins Café Rodenstein im Hessischen Landesmuseum Darmstadt ein.

Raúl Aguayo-Krauthausen (35) kam mit Osteogenesis Imperfecta, der sogenannten Glasknochenkrankheit, zur Welt. Als ausgebildeter Telefonseelsorger und studierter Kommunikationswirt ist er seit vielen Jahren in der Internet- und Medienwelt unternehmerisch tätig. Bekannt wurde er vor allem durch die von ihm erfundene Internetplattform wheelmap.org, einer weltweiten digitalen Landkarte barrierefreier Plätze, die von Usern erstellt und ständig erweitert wird. 2004 gründete er die Aktionsgruppe „Sozialhelden e.V.“, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen und mit kreativen Ideen soziales Handeln zu fördern. Für sein soziales Engagement wurde Krauthausen 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 2014 erschien bei Rowohlt seine Biografie „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – das Leben aus der Rollstuhlperspektive“, die vom Verlag „Spaß am Lesen“ auch in einfacher Sprache herausgegeben wurde. Im Café Rodenstein wird Raúl Krauthausen aus beiden Ausgaben lesen. Darüber hinaus gibt es einen Impulsvortrag zum Thema „Soziales Handeln neu gedacht: mit Spaß und Leidenschaft statt Mitleid“.

Als Ort für die Veranstaltung wurde ganz bewusst das Café Rodenstein gewählt. Das inklusive Konzept des Gastronomiebetriebs bietet Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung, die hier gleichberechtigt zusammenarbeiten. Zudem ist Barrierefreiheit in dem Café nicht allein auf bauliche Maßnahmen beschränkt, sondern die Speisekarte liegt auch in Leichter Sprache und in Blindenschrift aus.

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wurde 1992 auf Initiative des Vereins Selbstbestimmt Leben, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung, ins Leben gerufen und wird seither jährlich begangen. Ziel des Aktionstages ist es, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung aller Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.

„Die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung haben wir in Darmstadt zum zentralen politischen Auftrag deklariert“, so Barbara Akdeniz, Sozialdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Deshalb wurde Anfang des Jahres der Aktionsplan „Auf dem Weg zur Inklusiven Stadt“ von den politischen Gremien beschlossen. Der Aktionsplan wird gemeinsam mit der Projektgruppe zur Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung und als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung umgesetzt. Ziel ist es, Darmstadt zu einer barrierefreien und inklusiven Stadt zu entwickeln, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten. Ein Auftrag im Aktionsplan ist, am Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung öffentlichkeitswirksam das Thema aufzugreifen und zu sensibilisieren – das wird uns mit der Lesung durch Herrn Krauthausen sehr gut gelingen. Ich freue mich auf die Impulse.“

Donnerstag, 5. Mai 2016, 18.00 Uhr (Einlass 17.30 Uhr)
Raúl Krauthausen liest aus seinem Buch:
„Dachdecker wollte ich eh nicht werden – das Leben aus der Rollstuhlperspektive“
Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Begrüßung: Barbara Akdeniz, Stadträtin
Café Rodenstein im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, Darmstadt
Eintritt frei! Die Räumlichkeiten sind barrierefrei. Die Lesung wird in Gebärdensprache übersetzt.

 Eine Veranstaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit dem Café Rodenstein und dem Projekt Inklusives Martinsviertel.

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Foto © Esra Rotthoff 2013, www.esrarotthoff.com